Dino 308 GT/4
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Udo J.
Als Nachfolger des legendären Dino 246 wurde das von Bertone entworfene und Scaglietti gebaute
Fahrzeug als Dino 308 GT/4 in Paris 1973 vorgestellt.
Die techn. Daten:
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V8 - Motor, quer vor der HA eingebaut
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3,0 l mit ca. 235 PS
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5 Gang Getriebe
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2 + 2 Coupé
Im Sommer 1976 wurde der Wagen von Dino auf FERRARI umgetauft und bis 1980 weitergebaut. Als
Nachfolger wurde dann der ebenfalls 2 + 2 - sitzige Mondial präsentiert. Der 308 GT/4 wurde vom Publikum
nicht wie erwartet aufgenommen - zu stark waren die Abweichungen vom Jahrhundertentwurf Dino 246 und
zu ungewohnt das neue Bertone-Design, das seit Jahren erstmals das von Pininfarina ersetzte. Als
eigentlicher Nachfolger des Dino muß daher der 308 GTB / GTS gesehen werden, der erst 1977 in Paris
gezeigt wurde und über das gleiche Triebwerk verfügt.
In der Rückschau kann man allerdings die Design-Leistung von Bertone nicht genug würdigen: Einen 4-
Sitzer mit Mittelmotor mit diesen kompakten Abmessungen auf die Räder zu stellen, ist schon eine
Meisterleistung. Pininfarina hat es mit dem Nachfolger Mondial auch nicht besser gekonnt.
Der 308 GT/4 besticht durch sein klassisches Armaturenbrett, ein sehr agiles und fahraktives Handling und
eine damals sportwagengemäße Höchstgeschwindigkeit von nahezu 250 km/h.
Im Oktober 2009 hatte ich nun endlich einmal Gelegenheit, im Rahmen eines Treffens bei Haus
Hammerstein tief im Bergischen Land in einem 308 GT/4 mitzufahren. Ich schreibe bewußt "mitzufahren"
und nicht "beizufahren", da ich hinten eingestiegen bin ! Wenn man vor dem kompakten Bertone-Keil steht,
glaubt man, die hinteren Sitznischen seien bestenfalls als Ablagen zu nutzen oder nur für kleinere Kinder
tauglich. Nun - ein wenig "Schlangenmensch" muß man schon sein, um sich da hinten einzufädeln . Aber
es geht. Auch das Aussteigen klappte ohne fremde Hilfe !
Auch der GT/4 ist wie der 308 GTB oder 246 GT ein echter Vertreter der Vergaser-Fraktion: sehr kräftige
Vebrennungs-, Ansaug- und Auspuffgeräusche mischen sich mit der mechanischen Akustik von Motor und
Getriebe. Fahrern mit Nicht-Nehmer-Qualitäten ist folglich von längeren Touren im oberen Drehzahlbereich
abzuraten ! Dabei fließen rd. 20 Liter auf 100 km aus dem Tank durch die üppige Vergaser-Batterie. Im
Gegensatz zur äußerst dominanten Geräuschkulisse verwöhnt das Auto - je nach Ausführung - mit einer
Ganzlederausstattung, die keine Wünsche offenläßt. Man fühlt sich wohl, schaut auf das klassisch schöne
Armaturenbrett, genießt das willige Kurvenverhalten und die prompte Gasannahme des 3 Liter-Motors, der
weder von einer Abgasrückführung oder einer Frischlufteinblasung noch von einem KAT in seinen
Drehlzahlorgien beschnitten wird . Einfach Klasse ! Aber man muß genau dies auch mögen !